Mittwoch, 19. November 2008

San Sebastian


Diese wunderschöne, kleine Stadt habe ich mit Mama besucht. Freitags ging es nach der Uni los, 3 Stunden Fahrt, Regen bei Ankunft. Schnell ab ins Hostel, das haben wir recht gut gefunden. Der Besitzer war wahnsinnig nett, wir durften uns sogar ein Zimmer aussuchen und das obwohl ich falsch gebucht hatte... Naja, sei es drum, das Zimmer war neu, gemütlich, mit eigenem Bad und auch noch super nah am Strand gelegen. Davon war natürlich so spät und bei dem Regen nicht viel zu sehen. Aber da wir hunger hatten haben wir uns dann einfach mal auf gemacht, wegen des nass-kalten Wetters entschieden wir uns schnell für ein in der Nähe gelegenes Restaurant. Dort gab es die Pintxos (die Tapas aus San Sebastian) in einer recht noblen Variante, das Essen war daher sehr lecker, sehr wenig und sehr teuer, aber dafür hatte ich ja Mama ;)
Danach ging es schon wieder ins Hostel, es war spät, wir waren müde und das Wetter war nunmal nicht einladend. Auf unserem Fernseher (!) haben wir dann auf einem baskischen Programm eine neue Sportart kennengelernt, das war sozusagen Squash ohne Schläger, die haben einfach die Hände hingehalten und den Ball auf Geschwindigkeiten von um die 80 km/h gebracht, also entsprechend sahen auch die Pranken von diesen Kerlen aus.
Nach einem Frühstück ging es am nächsten Tag bei trockenem und teilweise sogar sonnigen Wetter erstmal an den Strand, dann zur Stadtrundfahrt mit einem wunderschönen Ausblick von einem der umliegenden Berge. Lecker Picknick am Strand mit Brot, Gambas, Käse und Schinken vom Markt und vielen ungläubigen Gesichtern, das ist da wohl nicht so üblich. Noch kurz Shoppen (Schuhe natürlich) und dann auf zu Jesus auf den Berg. Das war vielleicht ein Aufstieg... Aber es hat sich gelohnt, das Wetter war super und die Aussicht grandios.
Danach sind wir nochmal ein bisschen durch die Stadt gewandert, haben ein ganz fieses Baisee (weiß nicht genau, ob man das so schreibt, dieses zuckrige gebackene Eiweiß jedenfalls) halb gegessen und dann ging es auch schon wieder nach Hause.
Also diese Stadt hat sich nun wirklich gelohnt, allein schon für den Ritt auf der Kanone!!!

Montag, 17. November 2008

Valencia

Das schöne an Zaragoza ist, dass es sehr zentral gelegen ist und man zu vielen großen Städten gut mit dem Bus reisen kann. Das muss natürlich genutzt werden also auf nach Valencia. Mit 2 anderen deutschen Erasmus Mädels ging es Samstag sehr früh los, 4 Stunden Fahrt, und wir waren endlich da, auf zum Hostel unsere Sachen abladen und direkt weiter zur Stadtrundfahrt, der Preis hatte sich gewaschen und war es auch nicht wirklich wert, aber es ist einfach eine schöne Möglichkeit einen Überblick zu bekommen.
Carmen und Raphaela, meine beiden Kameraden, wollten unbedingt in das Aquarium welches den längsten "Tunnel" in ganz Europa hat, über einem und um einen schwimmen alle möglichen Fische wie Haie, Piranhas, Schwertfische und Rochen. Das Aquarium hatte natürlich noch mehr zu bieten, so auch eine Delphinshow die wir, na klaro, auch noch mitgenommen haben. Alles in allem kann ich auch hier nur wieder sagen, dass es nett war aber nicht den Preis wert.
Dann sind wir auf in die Stadt, ein bisschen rumlatschen und was essen, denn wir hatten einen wahnsinnigen Hunger. Wir haben dann auch ein günstiges und super leckeres Restaurant mit Buffet gefunden. Da konnten wir unseren Mordshunger stillen. Damit war der Abend auch schon beendet, nach 16 Stunden auf den Beinen und unterwegs gings endlich ab in die Heia.
Am nächsten Tag erstmal frühstücken in einer kleinen Kneipe und dann ab zum Strand die Sonne nochmal kurz genießen, hier wurden wir von einer Australierin und einer Schottin begleitet die wir aus Zaragoza kennen und die auch dort waren aber mit einer anderen Gruppe. Der Strand hat mir nicht so gut gefallen, er war recht dreckig und ungepflegt, aber es war Strand!
Naja, dann noch ein bisschen rumlatschen, Karten kaufen und versenden, Essen und dann ging es auch schon wieder zurück. Valencia hatte für mich keinen großen Charme, meine Kameraden fanden es jedoch toll, so können sich die Meinungen scheiden.

Freitag, 24. Oktober 2008

Madrid

Also ich muss schon sagen, hier hatte ich mal so richtig Glück. Der Freund meiner Mitbewohnerin Caro kommt aus einer Stadt namens Teruel, dieser Ort ist für seine Trommler bekannt. Als nun ein Ensemble "Dreams" auf der Suche nach rund 70 Trommlern war, war diese Stadt direkt im Blickpunkt. Die Trommler wurden engagiert und hatten in Madrid ihren ersten Auftritt mit Dreams 2, und Caro bekam 3 Freikarten. Also fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte mit ihr nach Madrid zu fahren. Für eine Übernachtungsmöglichkeit hatte sie auch schon gesorgt. Eine Freundin von ihr wohnt in einem Vorort von Madrid und da konnten wir nächtigen.
Wir wollten also ganz früh los Samstags mit dem Bus, allerdings brachte uns das frühe Aufstehen wenig da die ersten Plätze erst wieder ab halb 2 frei waren. Die Zeit mussten wir also noch rumkriegen. Dann gings 4 Stunden im Bus nach Madrid und dort noch mit der Freundin von Caro treffen, auch Caro, wie einfach. Die haben wir aber schnell gefunden, auf zu ihr nach Hause, umziehen, ab in die Stadt was essen, dann war es auch schon Showtime.
Das Spektakel ist schwer zu beschreiben. Es soll Träume darstellen und geht an die Sinne. Viel Wasser, Feuer, Licht, Musik, Tanz, Gesang, Surfer, Motorradfahrer, Artisten, Trapezkünstler... wie soll man das erklären. Es war ganz nett aber ich war froh, dass ich nicht den tatsächlichen Eintrittspreis zahlen musste. Das ganze zieht jetzt nach Barcelona, danach nach New York und evtl auch noch nach Berlin.
Damit war der Tag dann auch schon zu Ende, die Busse fahren nur bis 1 Uhr nachts und wir mussten ja in den Vorort zurück.
Am nächsten Tag ging es dann auf Touri-tour, eine Busrundfahrt und ein, zwei wichtige Plätze sehen. Mehr Zeit war leider nicht weil wir ja auch wieder 4 Stunden zurück fahren mussten. Ach habe ich erwähnt, dass ich meine Karte für den hop-on hop-off Bus verloren habe und den Preis wirklich nochmal zahlen musste. Sehr ärgerlich...
Aber ich will nochmal hin, die Karte suchen und die Stadt sehen denn für Madrid braucht man wirklich mehr Zeit als einen Tag.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Stierkampf

Obwohl ich schon wusste, dass es mir wohl eher nicht gefallen würde wollte ich doch unbedingt wenigstens einmal hin. Und während der Fiestas del Pilar fand jeden Tag ein Stierkampf statt, das nutzen wir aus. Am Montag war es dann soweit und wir haben uns mit einigen Leuten in der Arena eingefunden. Da wir an einem Tag gingen, an dem eher weniger bekannte Matadore ihr Können gezeigt haben, waren die Karten günstiger als gedacht und wir haben ganz gut gesehen.

Erst wurde eine übliche Zeremonie abgehalten, die Matadore, ihre Helfer und das ganze Team ist einmal durch die Arena und hat sich sozusagen vorgestellt. Dann ging es auch recht flott los. Insgesamt wurden 6 Stiere von 3 Toreros und ihren jeweiligen Helfern zur Strecke gebracht. Alles folgt einem bestimmten Ablauf. Der Stier wird erst mal reingelassen, er tobt sich ein bisschen aus, die Matadore machen hier noch nicht viel außer den Stier in eine Ecke zu locken und sich dann zu verstecken um dann den Stier wieder von einem anderem Helfer in eine andere Ecke locken zu lassen. Wenn es etwas ruhiger geworden ist kommen zwei Reiter mit langen Lanzen (Picadores) in die Arena, sobald der Stier auf die geschützten und blinden Pferde losgeht hauen die Reiter dem Stier ihre Lanze in den Rücken und stochern darin herum. Hier fließt auch das erste Blut. Das wird 2 mal gemacht und dann reiten die Pferde wieder raus.
Danach wurde versucht von den Helfern 6 gelb-rote Spieße (Banderillas) in dem Rücken des Stieres zu versenken, so dass diese möglichst hängen bleiben. Das gelang mal mehr mal weniger gut und je nach dem applaudierte auch das Publikum.
Dann kam der Matador dran, er versucht seine Überlegenheit gegenüber dem Stier zur Schau zu stellen. Die Stiere sind da schon schwer verletzt und einer schrie auch herzerweichend. Da stieg mir ein Tränchen in die Augen. Diese letzte Phase zeigt wie gut der Matador ist. Nach einigen Paraden, die sich über Minuten ziehen, wird dem Stier ein Degen zwischen die Schulterblätter gestoßen. Der Degen muss möglichst tief stecken bleiben und Ziel ist es ihn durch das Herz zu stoßen, das schaffen aber selbst die guten Matadore nur selten. Bei 5 der 6 Stiere bei den Kämpfen die ich gesehen habe ist dies nicht gelungen, das heißt dass der Stier noch ein bisschen gegen 4 oder 5 Männer antritt, diese ihn ein bisschen scheuchen und dann wird der Stier durch einen Stich in den Nacken mit einem Dolch getötet. Auch das ist scheinbar nicht immer so einfach. Einer der Stiere musste sehr lange leiden, was als Schande gesehen wird, und zog einige Buhrufe nach sich. Dann wird der Stier hinter 3 Pferde gespannt und kurz durch die Arena gezogen.
Wenn der Matador besonders gut war schwingt das Publikum nach dem Kampf mit Taschentüchern und der Präsident der Arena entscheidet ob er mit einem, zwei oder zwei Ohren und dem Schwanz belohnt wird. Ich fand alles sehr grausam aber auch interessant. Strenge Regeln werden befolgt und das Publikum ist sehr wachsam. Gute Matadore werden wahnsinnig bejubelt und schlechte ausgepfiffen. Ich möchte es nicht mehr sehen, es war aber interessant und eine Erfahrung wert.

Freitag, 10. Oktober 2008

Mittelaltermarkt

Ende September wurde mitten in der Stadt ein riesiger Mittelaltermarkt aufgebaut. Hier wurden viele Handwerke aus dem Mittelalter vorgestellt, selbstgemachter Schmuck verkauft und mehr oder weniger mittelalterliche Speisen angeboten. Es gab Chorizo, sehr lecker, auf dem offenen Feuer gegrillt und, eben weniger mittelalterlich, Cocktails. Die waren aber auch sehr lecker. Das ganze hat in engen Gassen stattgefunden im alten Stadtkern, die Leute an den Ständen waren entsprechend gekleidet.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Die Stadt

Die Stadt ist die 5. größte in Spanien und bietet auch genügend kulturelle und besichtigungswürdige Highlights. Kai, der mich schon besucht hat, und ich haben uns sehr viel angesehen. Wir haben natürlich die Basilica del Pilar gesehen, die ist wahnsinnig beeindruckend und das berühmteste Wahrzeichen der Stadt.

Das Expo-Gelände ist nun für jeden begehbar und liegt nicht weit vom Zentrum auf der anderen Seite des Ebro. Hier befinden sich ein weitläufiger Wasser-Park und Cafés. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen bei dem wunderbaren Wetter.

Zaragoza ist eine sehr grüne Stadt mit vielen kleinen und großen Parks. Kai und ich haben und den Parque de Pignatelli und den Gran Parque angesehen, der wie der Name schon suggeriert wirklich groß und beeindruckend ist. Hier sind viele Brunnen und Wasserspiele angelegt. Man kann sich hier schön sonnen, auch wenn die Fliegen hier sehr aggressiv sind.














Die Aljaferia, eine Burg, wird heute größtenteils als Parlament für Aragon genutzt, doch einige Teile sind immernoch für Besucher geöffnet. Sie ist sehr stark von den "Muselmanen" geprägt und hat einen wunderschönen Innenhof mit Organgenbäumen. Kai und ich haben dort einen sehr gesprächigen Wachmann getroffen der uns, nachdem er auf die Engländer gespuckt hat und sich über die Deutschen wegen der EM lustig gemacht hat, in seinem gebrochenen Englisch viel über die Burg erzählt und uns dann ganz kurz in das Parlament gelassen hat. Es ist eigentlich für Besucher gesperrt und wir waren so aufgeregt und überrascht, dass wir unsere Fotoapperate nicht im Griff hatten. Schade.


Ankunft in Zaragoza (14.09.08)

Es war also endlich soweit. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ich mich am Flughafen von meiner Mama, Kai und Edy verabschiedet.


Ich flog von Düsseldorf aus über Madrid (mit 6 Stunden Aufenthalt) nach Zaragoza. Der Aufenthalt in Madrid hat sehr geschlaucht und dieser wahnsinnig große Flughafen hat mich total überfordert.

Spät, so gegen 11 Uhr abends kam ich endlich in Zaragoza an. Der Flughafen ist sehr übersichtlich und somit konnte ich auch direkt mein Gepäck abholen. Dann habe ich mich in ein Taxi geschwungen und bin auf zu der, schon vorher übers Internet gefundenen, Wohnung in Stadtzentrum. Der feine Herr Taxifahrer hat natürlich gemerkt, dass ich nicht aus Spanien bin und direkt mal einen anderen Tarif eingestellt, das hat mich aber herzlich wenig gekümmert. Sein Versuch mich mit seinem Sohn zu verkuppeln scheiterte auch kläglich.
Meine Mitbewohnerinnen waren noch nicht da, also wurde ich von unseren Vermietern in Empfang genommen. Das ältere Pärchen zeigte mir mein Zimmer und gab mir eine schnelle Einweisung. Dann konnte ich endlich ins winzig kleine Bett in meinem winzig kleinen Zimmer fallen.